Wunderheilung ikO


Wunderheilungen sind Heilungen oder Besserung von schweren Erkrankungen, die den bekannten Naturgesetzen zu widersprechen scheinen. Diese Definition unterscheidet sie von den Spontanheilungen. Es existieren unzählige Berichte über Krankenheilungen im christlichen Kontext seit dem Auftreten Jesu bis heute, deren Wundercharakter allerdings kontrovers beurteilt wird.

Die meisten Wunderheilungen sind mit Wallfahrtsorten, insbesondere solchen mit Marienkult, verbunden. Herausragend sind die zahlreichen Berichte aus den beiden Orten Lourdes und Fátima. Beide Orte besitzen Ärztebüros, die sich die Untersuchung und Dokumentation von aufgetretenen Besserungen zur Aufgabe gemacht haben. Lourdes hat außerdem eine Ärztekommission und eine katholische kanonische Kommission, so dass die dort aufgetretenen Heilungen in der Vergangenheit auch die offizielle kirchliche Anerkennung erlangen konnten.

Lourdes wird von etwa 50.000 Schwerkranken pro Jahr besucht. Die Akten des Ärztebüros enthalten seit 1858 etwa 7.000 Heilungsberichte, davon wurden insgesamt 67 kirchlich anerkannt. Besondere Häufungen traten um 1900 und wieder um 1950 auf. Seither haben die gestiegenen wissenschaftlichen Ansprüche der Kommissionen die Anerkennung sehr erschwert. Die letzte Anerkennung einer Wunderheilung in Lourdes erfolgte 1978.

Das portugiesische Fátima hat als Heilort eine etwas geringere Bedeutung; Berichte über dortige Wunderheilungen sind kirchlich nicht anerkannt.

Im Vatikan arbeitet ein mit wechselnden Medizinprofessoren besetzter Ausschuss, die sogenannte Consulta Medica, der bei allen Selig- und Heiligsprechungsverfahren prüft, ob eine dem Kandidaten zugeschriebene Heilung tatsächlich unerklärlich ist und daher als Wunder in Betracht kommt. Die Wundertätigkeit ist Voraussetzung dafür, dass ein Mensch als selig oder heilig gelten kann.

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