Stellungnahme von Prof. Volker Diehl/ Köln, zu CAM und integrative Medizin

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Artikel von Dr. Jutta Hübner/Frankfurt (PriO), zum Thema „Komplementäre Medizin und wissenschaftliche Medizin – brauchen wir einen Paradigmenwechsel?“

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Komplementäre und Alternativ-Medizin (CAM) – Abgrenzung und BewertungenikO

Es gibt eine auffallende Diskrepanz zwischen der starken Neigung der Krebspatienten, alternative Heilmittel und Methoden zu nutzen und der erstaunlichen Ignoranz und Unkenntnis, ebenso wie dem Interesse von Hämatologen und Onkologen, mehr Einblicke in CAM zu erlangen oder sogar die Gründe aufzudecken, warum Betroffene dazu tendieren, die „grünen“ Heilmittel einer Hildegard von Bingen anzuwenden oder dazu neigen, die Angebote traditioneller Chinesischer oder Indianischer Arzneien zu testen und zu versuchen. Wie in den USA werden Hämatologen und Onkologen in Europa dazu ausgebildet, diagnostische oder therapeutische Strategien oder Verfahren, die nicht evidenz-basiert sind oder an plausiblen Erläuterungen, warum sie funktionieren, scheitern, zu hinterfragen oder wenigstens kritisch mit ihnen umzugehen. Mit einer progressiven Überlebensrate von 97 Prozent von Patienten mit Hodgkin-Lymphomen in lokalisiertem Stadium, ist es nun essentiell, Therapien zu deeskalieren, die Behandlung mit der geringsten und langfristigsten Toxitität zu finden und Komplementärmethoden zu betrachten, die den Gesundheitszustand des Patienten so schnell wie nu rmöglich in den Zustand von vor der Diagnose zurückversetzen. Mit der Verlagerung des Fokus vom Patienten, der sich einer Krebsbehandlung unterzieht, auf die wachsende Gruppe Krebsüberlebender, wird IM zu einer Herausforderung für Hämatologen/Onkologen und Ärzten, sensibler und interessierter an den psychosomatischen und spirituellen Bedürfnissen der Patienten teilzuhaben, ebenso an deren Hoffnungen auf eine selbst zu erlangende „Salutogenese“.

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