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Leider scheinen etwa 50 bis 60 Prozent der Krebspatienten Arzneimittel dieser alternativen „Heilpropheten“ zu gebrauchen, oftmals ohne dabei den behandelnden Onkologen in Kenntnis zu setzen und manchmal sogar heimlich die angeordnete Medizin austauschend.
Weltweit werden jährlich circa 50 Mrd. € für alternative Verfahren und Arzneien ausgegeben. Es stellt sich daher die Frage: Warum möchten Patienten Alternativen oder Ergänzungen zu ihrer generell akzeptierten konventionellen Medizin anwenden? Die Antworten sind nicht einfach, aber reichhaltig: Gesunde Menschen wollen Krankheiten vorbeugen, insbesondere Krebs, wollen jung und gesund bleiben. Einige Krebspatienten erwarten eine höhere Heilungsrate, wollen die Nebeneffekte der Antikrebstherapie lindern, wollen Kontrolle über ihr Leben erlangen, wollen sich aktiv an ihrer „Salutogenese“ beteiligen, wollen sich besser regenerieren, besser fühlen und besser leben.
Im Mai 1997 verabschiedete erstmals das Europäische Parlament in Straßburg eine Resolution zum Status nichtkonventioneller Medizin in Europa mit dem Statement „...nichtsdestotrotz glaubt die Versammlung, dass sich ein gemeinsames Europa nichtkonventioneller Medizin annähert, basierend auf den Prinzipien der Wahlfreiheit des Patienten, die im Gesundheitswesen nicht ausgeschlossen werden sollten.“ Den Beschluss deklarierte die Europäische Kommission folgendermaßen:
- Die Einleitung eines Einführungsprozesse für das Verständnis konventioneller Medizin.
- Eine eingehende Analyse bezüglich Sicherheit, Effizienz, Anwendungsgebiet und der komplementären oder alternativen Naturjedweder nichtkonventioneller Medizini m Hinblick auf ihre etwaige rechtliche Anerkennung durchzuführen.
- Eine Vergleichsstudie über die verschiedenen nationalen legalen Modelle zu entwerfen, denen nichtkonventionelle niedergelassene Ärzte unterliegen.
- Mit der Formulierung einer Europäischen Gesetzgebung ... eine klare Grenze zwischen nichtkonventioneller Medizin, die in ihrer Natur „komplementär“ ist, und „alternativer“ Medizin im Sinne von konventionellen Methoden ersetzend, zu ziehen.
Über längere Zeit unterstützte die Europäische Kommission innerhalb des fünften Europäischen Forschungsrahmens (European Framework for Research) des Programms „Lebensqualität und Management von Lebensgrundlagen“ eine Initiative unter dem Stichwort einer „konzertierten Aktion für Komplementär-und Alternativmedizin (CAM) -Bewertung in der Krebsforschung“ (www.cam.cancer.org).
65Moliassiotis A, Frenandez-Ortega P, Pud D, et al. Use of complimentary and alternative medicinein cancer patients: a European survey. Ann Oncol. 2005; 16:655–663.[Abstract/Free Full Text] 6European Union: Concerted Action for Complementary and Alternative Medicine (CAM). www.cam.cancer.org
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