Stellungnahme von Prof. Volker Diehl/ Köln, zu CAM und integrative Medizin

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Artikel von Dr. Jutta Hübner/Frankfurt (PriO), zum Thema „Komplementäre Medizin und wissenschaftliche Medizin – brauchen wir einen Paradigmenwechsel?“

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Die Waffen der klassischen Krebstherapie ikO

Wenn ein Mensch mit der Diagnose Krebs von seinem Arzt konfrontiert wird, ist der Tumor in der Regel schon jahrelang gewachsen und mindestens 1 cm im Durchmesser, was schon einer Anzahl von einigen Millionen Krebszellen im Tumor entspricht, die auch schon Metastasen gebildet haben können. Metastasen stellen das Hauptproblem im Krankheitsverlauf einer Krebserkrankung dar. Die Verhinderung der Metastasenbildung ist deshalb bei der Krebsbehandlung die wichtigste Aufgabe.

Die klassischen oder konventionellen Therapiemethoden in der Onkologie kann man unter die drei großen „S“ zusammenfassen: STAHL-STRAHL-SUBSTANZEN, also die Anwendung des Messers („Stahl“) bei der Operation, die Anwendung von energiereicher Strahlung („Strahl“), also die Strahlentherapie und die Verabreichung von Medikamenten („Substanzen“) wie Zytostatika (Chemotherapie) oder von Antihormonen (Hormontherapie).

Was sind nun diese konventionellen Verfahren?

Operation: Sie entfernt den Tumor sowie das ihn umgebende Gewebe. Je nach Krankheitsstadium erfolgt zusätzlich die Entfernung befallener Lymphknoten im näheren Lymphabflussgebiet des Tumors. Einzelne Metastasen können ebenfalls operativ entfernt werden. Ob und wie operiert wird entscheidet der Chirurg nach mehreren Kriterien: dem allgemeinen Gesundheitszustand des Krebspatienten, der Lage des Tumors und dem Stadium der Krebserkrankung. Oft kann die Krebserkrankung erst nach der operativen Entnahme einer Probe des kranken Gewebes oder des ganzen Tumors genauer diagnostiziert werden.

Strahlentherapie: Sie verwendet energiereiche Strahlung (wie Röntgenstrahlung, Gammastrahlung, Alphastrahlung etc.) um die Region, wo der Tumor liegt, abzutöten. Bestrahlt wird vornehmlich, wenn nicht oder nicht vollständig operiert werden konnte, aber auch häufig, um nach einer OP eventuell im Körper verbliebene Krebszellen noch zu vernichten. Die Bestrahlung erfolgt normalerweise direkt auf das Krebsgebiet oder auf das Gewebe, wo ein Krebs vermutet wird.

Chemotherapie: Sie arbeitet mit Medikamenten, die das Zellwachstum hemmen (sog. Zytostatika). Diese kommen vornehmlich zum Einsatz, wenn der Krebs sich schon im Körper durch Metastasierung verbreitet hat.

Hormontherapie: Hier werden Hormon-Blocker verabreicht, die das Krebswachstum hemmen. Dazu muss der zu behandelnde Krebs die speziellen Hormonrezeptoren auf den Krebszellen tragen, es muss also ein hormonabhängiger Krebs sein, wie z. B. einige Brustkrebsarten und der Prostatakrebs.

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Bei all diesen Therapien können Nebenwirkungen auftreten, die wiederum durch bestimmte Medikamente in vielen Fällen eingedämmt werden können (so genannte „Supportive Maßnahmen“).

Die Heilungschancen der unterschiedlichen Krebsarten sind sehr unterschiedlich. So lassen sich z. B. Blut-, Lymphdrüsen-, Schilddrüsen-, Hodenkrebs und bestimmte Hautkrebsarten relativ gut heilen. Hier sind die Heilungsraten zwischen 70% und 100%. Bei anderen Krebsarten sind die Heilungschancen leider teilweise wesentlich geringer. Über alle Krebsarten gemittelt können heutzutage 40-50% der neu diagnostizierten Krebsarten geheilt oder zumindest in langfristige Remissionen überführt werden. Allgemein gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, umso größer sind die Heilungschancen.
ikO