Präambel ikO

Dieses Internetportal des Instituts für komplementäre Onkologie (ikO) hat sich zum Ziel gesetzt, das schwierige Thema der Naturheilkunde für Patienten und für onkologisch tätige Ärzte zugänglich zu machen.

Grundsatz des ikO ist die Überzeugung, dass es keine „alternative Therapie“ an Stelle von Operation, Chemo- oder Strahlentherapie gibt, sondern dass naturheilkundliche Mittel als komplementäre Therapie die heutigen modernen Methoden der Onkologie ergänzen können und auch potentiell wirksame Substanzen auf wissenschaftlicher Basis identifiziert werden können.

Bis zu 80 % der Patienten mit onkologischen Erkrankungen nutzen in irgendeiner Form komplementäre Methoden. Sie treffen auf ein unüberschaubares Angebot an komplementären und alternativen Methoden und sind kaum in der Lage, fundierte Methoden von Scharlatanerie zu unterscheiden.

Selbst für Ärzte sind die meisten Fragen, mit denen sie in der täglichen Arbeit, z. B. durch Fragen ihrer Patienten konfrontiert werden, nicht zu beantworten. Intensive Literaturrecherchen zeigen jedoch, dass es zu vielen Substanzen und Methoden Untersuchungen aus Labor- und Tierexperimenten und zum Teil auch klinische Studien gibt.

Die gleichzeitige Therapie mit z.B. einer Chemotherapie und naturheilkundlichen Mitteln ist nicht ohne Probleme. Den meisten Patienten und Ärzten ist mittlerweile bekannt, dass die Einnahme von Johanniskraut die Wirksamkeit von Chemotherapien beeinflussen kann. Auch Nahrungsmittel wie Grapefruitsaft haben Einfluss. Mit Sicherheit stellen diese beiden Beispiele nur die oberste Spitze eines Eisberges dar. Wir haben momentan wenig Erkenntnisse, in welchem Umfang unsere Therapien durch die gleichzeitige Einnahme von begleitenden Medikamenten, Vitaminen und Spurenelementen beeinträchtigt werden. Vielleicht bieten Methoden und Substanzen aus der Naturheilkunde aber auch die Chance, die Wirkung der konventionellen Therapie zu verstärken, ohne mehr Nebenwirkungen zu schaffen – wir wissen es (noch) nicht.

Ärzte, die wissenschaftliche Studien leiten oder durchführen, gehen oft davon aus, dass das Thema komplementäre Therapie für die Studie keine Bedeutung hat – grundsätzlich gilt die Anweisung an den Patienten, keine derartigen Präparate gleichzeitig anzuwenden. Wie aber sieht die Realität aus? Wir wissen es nicht. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2007 in den USA ergab immerhin die hohe Zahl von 40% Patienten in Phase-I-Studien, die Begleittherapien nutzten. Somit sind die Ergebnisse dieser Studien zumindestens zu hinterfragen.

Studienergebnisse und damit Entscheidungen für zukünftige Therapiestrategien, Leitlinienempfehlungen etc. können durch unbekannte Nutzung von komplementären Substanzen beeinflusst werden.

Für viele komplementäre Methoden liegen keine klinischen Daten zu ihrer antitumoralen Wirkung vor. Auf diesem Sektor muss noch viel geforscht werden.

Das Institut für komplementäre Onkologie möchte durch eine möglichst objektive Information Hilfestellung geben, in welchem Rahmen eine ergänzende komplementäre Therapie für einen Tumorpatienten hilfreich sein kann.

Übersicht (PDF downloaden)
ikO